Cyanotopie
experiment

Überblick
Die Cyanotypie ist ein Negativ-Positiv-Kopierverfahren, das blaue Bilder erzeugt. Sir John Herschel hat die Technik 1842 erfunden. Die Cyanotypie wurde zunächst dafür eingesetzt, Pflanzen möglichst naturnah abzubilden. Trotzdem konnte die Farbe langfristig (durch ihre Gewöhnungsbedürftigkeit) nicht punkten. Heute erlebt die Cyanotypie in der Fotografie ein Comeback - im Grafikdesign ist sie jedoch kaum verbreitet, nur vereinzelte Künstler arbeiten mit dem Medium. Dabei hat diese ihren ganz besonderen, analogen Charme, der sich kaum mit digitalen Verfahren kreiren lässt.
Kunde:
Universität Wuppertal
Jahr:
2023
Kategorie:
Typographie
/
Kunst
Ort:
Wuppertal

Die Problemstellung
„Ist die Cyanotypie ein mögliches Medium zur Gestaltung für typografische Inhalte in dieser Zeit?“
Dieses Projekt soll meinen Kreativitätsprozess mit diesem, für mich neuem, Medium darstellen und Inspiration für weitere Verwendungsmöglichkeiten bieten.
Die Lösung
Zunächst wird für die Cyanotypie eine lichtempfindliche Lösung hergestellt.
Dazu wird zuerst eine Lösung aus 20g Ammoniumeisen(III)-citrat in 100ml Wasser aufgelöst. Zum anderen wird eine zweite Lösung aus 8g Kaliumferrizyanid ebenfalls mit 100ml Wasser angefertigt. Die Lösungen können getrennt voneinander sehr lange aufbewahrt werden. Bei Bedarf werden kleine Mengen der beiden Lösungen zu gleichen Teilen miteinander vermischt. So entsteht die typisch gelb-grünliche Flüssigkeit, mit der die Trägermaterialien bestrichen werden können.
Grundsätzlich können verschiedenste Papiere als Trägermaterial verwendet werden. Das Ergebnis der fertigen Cyanotypie hängt dabei von der Zusammensetzung und der Oberflächenstruktur des verwendeten Papiers ab und zeigt sich in unterschiedlichen Farbtönen und Schärfen. Ich habe verschiedenste Aquarellpapiere verwendet. Im Vergleich dazu habe ich dünnes, recyceltes Papier ausprobiert - was sich jedoch als kein optimales Trägermaterial herausgestellt hatte.
Das verwendete Papier wird mittels eines pinselst mit der fertigen Lösung bestrichen. Hierbei muss nicht die ganze Fläche des Papiers bestrichen werden - man kann die Menge der sensibilisierten Fläche als Gestaltungsmittel nutzen. Hierbei ist es wichtig dass keinerlei Licht auf die Papiere gelangt. In einem dunklen Raum habe Ich die Papiere bestrichen und dann in lichtundurchlässigen Schuhkartons aufbewahrt. Nun muss die Beschichtung zunächst solange antrocknen, bis die Oberfläche ihren Glanz verliert. Der Trocknungsprozess beläuft sich je nach Papier auf ca. 20-30 Minuten.
Der fertige Träger wird nun mit der beschichteten Seite nach oben auf einem geraden Untergrund gelegt. Auf dem Träger werden die Designelemente platziert. Die Belichtung erfolgt entweder unter künstlichem UV-Licht oder durch das natürliche Licht der Sonne. Die Belichtungsdauer hängt von der Lichtquelle ab. Ebenso sind die Blautöne von der Lichtintensität abhängig. Während die Belichtung mit UV-Licht etwa 5 Minuten dauert, kann sie sich bei schwächerem Sonnenlicht über mehrere Stunden erstrecken.

Damit sich die belichtete Substanz nicht herauslösen kann, wird das belichtete Papiermit der Bildseite nach unten in ein Wasserbecken gelegt, in dem es einige Minuten lang verbleibt.Die Stellen, die belichtet wurden, bleiben im Papier haften, da diese Stellen wasserunlöslich sind. Anschließend wird das Papier für etwa eine halbe Minute in ein Bad aus Wasser mit etwas Essig oder Zitronensäure gelegt. Hierdurch werden der Farbton intensiver und die Kontraste stärker. Abschließend wird der Druck fünf bis zehn Minuten lang in Wasser gewaschen und muss danach trocknen.

Die ersten Probedrucke habe ich in A7 angefertigt. Dafür habe ich zunächst die Buchstaben C, Y, A, und N in der Schriftart Helvetica sowie T, y, p, e in Times New Roman ausgedruckt und ausgeschnitten. Sowohl der Buchstabe ebenso wie dessen Negativ konnten als Gestaltungsmittel verwendet werden. Kleinere Pflanzen habe ich ebenfalls getestet. Mit diesen Grundbausteinen wollte ich interessante Drucke erzeugen. Besonders interessant war es, zu bemerken, wie unterschiedlich die Ergebnisse, je nach Belichtungsstärke und -dauer, ausfallen. Durch ganz viel ausprobieren, habe Ich mich mit dem Medium vertraut gemacht.

Im Verlauf des Projektes habe ich immer mehr Erfahrung mit dem Medium gesammelt. Durch die Anwendung verschiedener Techniken, wohl allein als auch in kombination, konnten besonders viele unterschiedliche Exemplare erzielt werden. Zuvor war dies eher mehr zufällig, als gewollt. Deswegen ist die vorherige Planung des Druckes besonders wichtig, wenn man ein ganz bestimmtes Endresultat erzeugen will. Die kommenden Drucke sind in Kategorien aufgeteilt. Manche ergeben eine Serie, andere stehen für sich allein.
Das Ergebnis
Ich hatte mich gefragt, inwiefern die Cyanotopie als Medium im Design verwendet werden kann. Im Verlauf des Projektes habe ich immer mehr Erfahrung mit dem Medium gesammelt. Durch die Anwendung verschiedener Techniken, wohl allein als auch in Kombination, konnten besonders viele unterschiedliche Exemplare erzielt werden. Zuvor war dies eher mehr zufällig, als gewollt. Deswegen ist die vorherige Planung des Druckes besonders wichtig, wenn man ein ganz bestimmtes Endresultat erzeugen will. Die entstandenen Drucke sind in Kategorien aufgeteilt. Manche ergeben eine Serie, andere stehen für sich allein. Einerseits bietet sie die Möglichkeit, sich analog künstlerisch auszudrücken. Je mehr jedoch in die Richtung der Detailtypografie gegangen wird, desto schwieriger ist es Ergebnisse zu erzielen, die besonders genau sind. Deshalb hat diese Technik einen besonderen Scharm, sie bringt eine gewisse Spannung in den kreativen Prozess, da nur bedingt auf das Endprodukt Einfluss genommen werden kann. Trotz alledem finde ich, dass die Cyanotopie eine Bestehensberechtigung im Design haben sollte. Sie hat ihren ganz eigenen Charme und überzeugt mit ihrer Einfachheit. Der Effekt Kann mittels Photoshop nachgeahmt werden, jedoch nur im bedingten Maße. Im Verlauf des Projektes habe ich immer mehr Erfahrung mit dem Medium gesammelt. Durch die Anwendung verschiedener Techniken, wohl allein als auch in kombination, konnten besonders viele unterschiedliche Exemplare erzielt werden. Zuvor war dies eher mehr zufällig, als gewollt. Deswegen ist die vorherige Planung des Druckes besonders wichtig, wenn man ein ganz bestimmtes Endresultat erzeugen will. Die entstandenen Drucke sind in Kategorien aufgeteilt. Manche ergeben eine Serie, andere stehen für sich allein.
Feedback vom Kunden
Eine beeindruckende Untersuchung der Materialität, die den experimentellen Prozess der Cyanotypie präzise steuert und die spannungsvolle Symbiose aus strenger Typografie und organischer Fotochemie gestalterisch meisterhaft nutzt.

M. Lahnhenke
,
Prof




























































